Archiv für Dezember 2011

Nationalismus und Widerstand in Russland

Aus aktuellem Anlass – den Protesten gegen die Dumawahlen in der Russischen Föderationen und deren vereinnahmung durch nationalistische Führungskader – veröffentlichen wir an dieser Stelle unseren Artikel zu Kontinuitäten nationalistischen Denkens in Russland sowie zur antifaschistischen Gegenwehr. Darauf aufbauend erscheint in Kürze eine Stellungnahme zu den aktuellen Wahlprotesten.
Der Artikel erscheint im Februar in der Zeitschrift Gai Dao.

Blick in den Osten

rash winnieEs ist viel die Rede von den harten Verhältnissen im Osten. Selbst in den Medien ist trotz der intensiven Beziehungsarbeit zwischen der BRD und der Russischen Föderation auf politischer und insbesondere wirtschaftlicher Ebene des öfteren Kritik am autoritären Regime Wladimir Putins zu hören, der trotz seiner nicht ganz so machtvollen Postion als Ministerpräsident alle Fäden in der Hand hält bzw. nach den kommenden Wahlen im Winter 2011/12 wohl auch wieder offiziell als Präsident halten wird. Jedoch ist das Bild des autoritären „Putin-Russlands“ verkürzt, macht es die gesellschaftlichen Verhältnisse in Russland doch nur von einem autoritären Staatsführer abhängig.
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Rückblick Antifa Demo in Greifswald

Nachdem Leute von der Antifa Mecklenburg-Vorpommern im Rahmen der Siempre Antifascista Woche über die schwierige Lage in Nordost berichtet hatten, riefen sie für den 10.12.11 zu einer kämpferisch-antifaschistischen Demo auf. Gerade auch durch den aktuelle NSU und Verfassungsschutz Skandal gaben der Demo zusätzliche Aufmerksamkeit. Völlig zurecht, denn das aktuelle Engagement der Genoss*innen in M-V ist wirklich großartig. Wir wollen deshalb auch gerne nochmal darauf hinweisen, vielleicht fühlt sich ja auch wer im Leinetal inspiriert.

Was so berichtet wurde – Pressespiegel zur Antifa-Demo am 10.12.2011
hier klicken zum lesen und angucken
Kombinat Fortschritt – Greifswald im Winter
AKJ-Greifswald – Demobeobachtung von der Antifa-Demo
Fleischervorstadt-Blog – Auf einem guten Weg
Webmoritz – Wasserwerfer am Wegesrand Antifa-Demo zieht durch Greifswald
daburna – 900 Personen bei Anti-Nazi-Demo in Greifswald
Bündnis 90/Die Grünen KV Vorpommern-Greifswald – Respekt für die tolle Demo
Tagesschau (Video)
Nordmaganzin – Anti-Nazi-Demo (Video)
Hamburger Abendblatt – Mehr als 850 Menschen demonstrieren in Greifswald
Ostsee-Zeitung – Greifswald: 700 Menschen demonstrieren gegen Rechts
Ostsee-Zeitung – Vier Festnahmen bei Demonstration gegen Rechts

und außerdem hier auch noch der Videorückblick des Medienkollektivs Manfred

Bar Czarne Koty – Cło represij

banner theke

Warschau-Antirep Theke Le chat noir

Polens Tourismus steckt in Krisenzeiten. Anfang diesen Jahres starten fremdenfeindliche Übergriffe in Ostpolen statt. Ganz klar von Leuten gestartet, die Polens Bild in der Welt beschmutzen wollen. Wie Polens Präsident treffend kommentierte “Diese Leute wollen Polen durch solche Aktionen nur schaden. Das ist nicht Polen” Nein, rechte Gesinnungen gibt es bei uns nicht, das sind andere, ganz klar.
Doch als wäre das nicht schon schlimm genug, wird ausgerechnet am 11. November, dem Tag der nationalen Unabhängigkeit“ die Warschauer Innenstadt in Folge eines riesigen Faschaufmarsches zerlegt. Und alles was die polnische Fremdenverkehrarbeit zu Stande gebracht hat sind “Deutsche Krawalltouristen” die mit Bussen nach Warschau gekommen sind, um was wohl zu tun? Genau, Polen zu schaden. Wahlweise als alles zerstörende Anarchist*innen, wahlweise als gegen die polnische Unabhängigkeit demonstrierte Nationalist*innen. Da sind sich die Medien und Politik nicht ganz einig, aber in Zeiten der Hufeisentheorie ist das vielleicht auch nicht mehr so wichtig.
Nur eins ist wichtig, nämlich das keine*r der polnische Nation schadet.Deshalb wurde die Warschauer Innenstadt natürlich auch nicht von den heimischen Faschos zerlegt, sondern von Anarchist*innen, insbesondere den angereisten aus Deutschland. Dass diese allerdings direkt bei ihrer Ankunft in Warschau eingeknastet wurden und 30h lang unter miesten Bedingungen einsaßen, wird ausgespart, schließlich geht’s hier um Anarchist*innen – Alarm, Alarm!

Doch in den folgenden Wochen bleibt es nicht allein bei diesen abgefahrenen Zuständen. Sie sind erst der Anfang einer breiten Repressionswelle. Nachdem die angebliche Krawalltruppe mit zig Verfahren am Hals wieder nach Deutschland abgeschoben wurde, startete die staatliche Attacke auf Anarchist*innen und Antifas in Polen. Momentan wird in Polen versucht jegliche linke politische Aktion und Protest gewaltsam zu unterbinden, es läuft eine breite Hetze auf alles anarchistische und insbesondere größere Strukturen wie die antifaschistische Vernetzung Polen oder die Basisgewerkschaft ZSP werden intensiv verfolgt.

Höchste Zeit für solidarische Aktionen. Die Solitheke Le chat noir ist diesmal die czarne koty und informiert euch über die aktuellen Vorgänge in Polen. Alle Einnahmen des Abends gehen direkt in die Antirepressionsarbeit.

Also kommt heute um 21 Uhr ins JuzI.

Zieht euch warm an! Antifa Demo am 10.12. in Greifswald

Während Mecklenburg-Vorpommern größtenteils eine national-befreite Zone darstellt, bildete die Stadt Greifswald lange Zeit einen Gegenpol. Die Zeiten sind aber spätestens mit dem Zuzug des ex-Kameradschaft „Tor“ Mitgleid Markus G. beendet worden. In den letzten drei Jahren ist eine äußert aktive und schlagfähige national-sozialistische Gruppe entstanden, die jagt macht auf alles, was ihren völkischen Ideen entgegensteht. Da die meisten Leute das offensichtliche Naziproblem ignorieren oder beim Kopf schütteln stehen bleiben, macht sich seit einiger Zeit die junge antifaschistische Gruppe „defiant“ daran, den mecklenburgischen Verhältnissen den Kampf anzusagen. Nachdem Markus G. mittlerweil nicht mehr so entspannt Jura studieren kann wie früher, sind nun wir alle aufgerufen, zur antifaschistischen Demonstration am 10.12. – 13 Uhr ab Greifswald Südbahnhof- zu kommen. Zeigen wir den Nazis, dass Meck-Pomm nicht ihr Ponyhof ist. Für einen kämpferischen Antifaschismus.

Zieht euch warm an! (Mobi-Video) from DEFIANT on Vimeo.