Archiv für Januar 2014

Le Chat Noir Pomnim Stas i Nastija

Am 19. Januar jährt sich der Todestag der libertären und antifaschistischen Aktivist_innen Anastasija Baburova und Stanislaw Markelov zum fünften Mal. Mit mehreren Schüssen in den Rücken beendeten die Faschist_innen Nikita Tichonov und Evgenija Chasis am 19. Januar 2009 das Leben zweier zentraler Personen der emanzipatorischen Bewegungen in Russland.
Anastasija Baburova schrieb als Journalistin über die zahlreichen Repressionsmaßnahmen des russischen Staates gegen linke Aktivist_innen und Menschenrechtsgruppen. Sie berichtete auch über die Arbeit des Rechtsanwaltes Stanislaw Markelov, der nicht nur ein wichtiger Partner verfolgter Aktivist_innen war, sondern selbst den russischen Staat verfolgte.
Markelov engagierte sich für eine Aufklärung und Strafverfolgung der Verbrechen des Tschetschenienkrieges. Unter dem Vorwand des Kampfes gegen islamistischen Fundamentalismus verschleppten, folterten und ermordeten russische Soldaten sowie die dafür gegründete Sondereinheit “OMON” zwischen 1994 und 2003 tausende Menschen. Nur Wenige wagten es wie Anastasija Baburova und Stanislaw Markelov die Hintergründe zu recherchieren – dabei gingen sie sogar noch weiter und sagten den in der Regierung sitzenden Täter_innen einen unerbittlichen Kampf an.
Die beiden Mitglieder des faschistischen Terrornetzwerkes “Brigada-88” versuchten diesen Kampf mit einem feigen und brutalen Mord zu beenden. Wenige Monate später richteten sie zudem den Antifaschisten Ivan Khurtoskoi in St. Petersburg hin. Doch trotz dieser Mordserie lässt sich der Kampf für soziale Emanzipation nicht Tod kriegen.
Der 19. Januar ist heute ein Tag an dem emanzipatorisch denkende Menschen zusammenkommen um an die Ermordeten zu erinnern – aber auch um zu zeigen, dass der Kampf weitergeführt wird.
In diesem Sinne wollen wir die Solitheke am 14. Januar dazu nutzen, in eben dieser Tradition Anastasija und Stanislaw zu gedenken. In einem Vortrag sowie einigen Film- und Tondokumenten sollen die beiden Ermordeten selbst noch einmal zu Wort kommen. Sie werden zeigen, warum der Widerstand in noch so gefährlichen Zeiten bitter notwendig ist und sie sollen uns Inspiration für unsere Kämpfe aber auch für grenzüberschreitende Solidarität sein.

14. Januar | 21:30 Uhr | JuzI

Soliparty