Archiv der Kategorie 'Osteuropa'

Pogromstimmung gegen Roma in Varnsdorf

Im beschaulichen Varnsdorf in Nordtschechien an der Grenze zu Sachsen spielten sich in den letzten zwei Jahren grausige Szenen gegen die dort lebenden Roma ab. Viele Roma wurden gezwungen in die ärmeren Gegenden an der Grenze zu Sachsen zu ziehen, wo ihnen heute von Seiten der Neonazis aus der Tschechischen Republik und aus Deutschland Gefahr droht. Bereits am 10.09.2011 kam es durch die Mobilisierung der neofaschistischen “Dĕlnická strana sociální spravedlnosti” (Arbeiterpartei der sozialen Gerechtigkeit, DSSS) zu progromartigen Zuständen, die an Rostock-Lichtenhagen erinnern. Auch in diesem Jahr sind die Anwohner*Innen gefährdet. Die DSSS möchte im Zeitraum vom 13-15.September erneut Varnsdorf in den rassistischen Wahnzustand versetzen. Wir möchten uns hiermit solidarisch mit den von Diskriminierung Betroffenen erklären und bitten euch, diese Info zu verbreiten, Varnsdorf im Auge zu behalten und falls möglich antifaschistischen Widerstand zu organisieren.

Gegen Neonazis – Egal wo!

Le chat noir am 11.06. – Vortrag vom Anarchist Black Cross Ukraine

Der Einbick in die sozialen Verhältnisse der Ukraine fällt schwer: Der größte in Europa liegende Staat steht selten im öffentlichen Fokus. Wenn überhaupt geht es meist nur um das Spannungsverhältnis zwischen Russland und der EU und der starken Moskauorientierung der herrschenden Eliten. Das Thema des politischen Widerstands ist reduziert auf die “Orangene Revolution” und die Gruppe “Femen”.

Wir haben deshalb eine Gruppe Anarchist_innen aus der Ukraine eingeladen, um mit einer Perspektive der sozialen Kämpfe auf die Ukraine zu schauen. Sie werden über die Verschärfung der politischen
Verfolgungen, gesetzeswidrige Abschiebungen von politischen
Flüchtlingen, Klerikalisierung und aktuelle Kampagnen gegen Abtreibungen, sexuelle Selbstbestimmung und die Einführung homophober Gesetze berichten. Genauso werden vom vielfältigen Widerstand berichten – wo soziale Proteste, Betriebsbesetzungen durch
Arbeiter*innen, massive Studierendenproteste, feministische Bewegungen und antifaschistische Aktivitäten auf der Tagesordnung stehen.

Neben den vielfältigen politischen Auseinandersetzungen werden sie auch einen Einblick in die Antirepressionsarbeit von Anarchist Black Cross in der Ukraine als auch in den benachbarten Staaten Belarus und Russland geben.

Die Veranstaltung läuft auf russisch mit englischer und bei Bedarf deutscher Übersetzung. Die Getränkeeinnahmen gehen in die Unterstützung der ABC Strukturen in Osteuropa.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Solitheke “Le Chat Noir” in Kooperation mit efA*
Dienstag, 11. Juni 13
21.30 Uhr – Juzi Göttingen

Für eine Ende der Repression gegen Antifaschist*innen

repressijRussland erlebt gerade eine der größten Repressionswellen seit Jahren. In Folge der Bolotnajaproteste vom Mai 2012 stehen nun hunderte von Menschen vor Gericht und wandern höchstwahrscheinlich für Jahre in den Knast. So droht auch dem antifaschistischen Aktivisten Aleksey Gaskarov erneut eine Haftstraße. Wie bereits 2010 im Zusammenhang mit den Khimkiprotesten sitzt Aleksej in Untersuchungshaft seit dem April 2013. Dass es ihn trift ist kein Zufall – steht Aleksey doch gerade dafür eine Art Verbindung zwischen der russischen Oppositionsbewegung und der radikalen Linken zu sein.
Doch nicht nur Aleksey ist von der Repression betroffen – neben ihm sitzen viele weitere in den Knästen, wie bspw. Aleksey Sutuga oder die Niszhni Five.
Wir rufen deshalb zur Solidarität mit den Betroffenen Antifaschist_innen auf und werden die Repressionswelle in Russland im Rahmen einer kleinen Veranstaltungsreihe im Juni thematisieren. Stay tuned!

Russischer Genosse erneut im Knast

Gaskarow SoliAm Sonntag, den 28. April 2013 wurde der bekannte russische Antifaschist Alexej Gaskarow in Moskau verhaftet. Er ist Mitglied des Koordinationsrates der russischen Opposition und bekannter Aktivist der anarchistisch-antifaschistischen Bewegung. Der Ermittlungsausschuss der Russischen Föderation beschuldigt ihn der Teilnahme an „Massenunruhen“ und der Gewalt gegen Staatsbeamte am 6. Mai 2012 auf dem Moskauer Bolotnaja-Platz, als die russische Spezialeinheit OMON eine friedliche Demonstration brutal auflöste. Am 29. April wurde Gaskarow zur Untersuchungshaft bis Ende Juni verurteilt. Bereits 2010 saß Alexej über einen halbes Jahr ohne irgendwelche Beweise im Knast. Wer dazu mehr wissen will, schaut hier.
Wir fordern die sofortige Freilassung unseres Genossen!

Wir wollen euch deshalb nicht vorenthalten, wie der 06. Mai 2012 tatsächlich von statten ging:
(mehr…)

Solikonzert für die Familie von Ivan Khurtoskoi

Vor vier Jahren wurde einer der zentralen Aktivisten der russischen linksradikalen Szene von Mitglieder einer Faschoterrorzelle erschossen. tour ivan k. Weltweit schauen Anarchist_innen nachwievor trauernd auf den 18. November 2009 zurück. Doch der Mord an Ivan war nicht nur ein Angriff auf die emanzipatorische Bewegung in Russland. Bis heute hat Ivans Familie schwer unter dem Tod zu leiden. Nicht nur emotional, sondern gerade auch finanzielle

Die russische Anarcho-HC Band „What we Feel“ hat sich deshalb nocheinmal zusammen gefunden und geht auf Tour. Die Einnahmen der Konzerte gehen direkt an Familie Khurtoskoi.
Auftakt der Solikonzertreihe ist am 27. April im Karoshi in Kassel

Lest mehr zur Tour von What we Feel hier

Solidarität mit den Gefangen in Belarus

Wir wollen zum Abschluss einer Infotour unserer Genoss_innen von Anarchist Black Cross Minsk und von der Förderation deutsprachiger Anarchist_innen auf aktuelle Repressionsfälle in Belarus hinweisen. Es geht u.a. – tatsächlich – immer noch um die selben Leute, zu denen in den letzten Jahren schon mehrfacj Soliaktionen hier in Göttingen liefen.
belarus2013
Für weitere Infos schaut hier

R.I.P Nikita Kalin – Erster Todestag

nikitak.Heute vor einem Jahr wurde der 21-jährige Antifaschist und anarchistisch Aktivist Nikita Kalin im Sibirischen Samara tot aufgefunden. Ein Hausmeister fand den blutüberstömten Körper Nikitas. Eine Faschogruppe hat in der Nacht über 60 Mal auf ihn eingestochen. Obwohl ein Täter festgestellt werden konnte, setzten sich die Anwälte für einen Freispruch ein. Auch wenn wieder einmal ein rechter Mord verschleiert werden soll – Nikita wir vergessen dich nicht und wir vergeben nicht was geschehen ist!
Remembering means fighting – Siempre Anitfascista

4. Todestag von Stanislav Markelov und Anastasija Baburova

Banner 19. Jan 13
Heute vor vier Jahren wurden Anastasija Baburova und Stanislav Markelov in der Moskauer Innenstadt erschossen. Sie wurden von russischen Fachisten ermordet. Doch ihrem Kampf um Befreiung und gegen Rassismus und Faschismus konnte damit kein Ende gemacht werden. Denn Stas und Nastija leben weiter, so lange wir ihre Kämpfe weiterführen.
Remembering means fighting! Помним значить бороться! Siempre Anfascista!

Stanislav Markelov war ein russischer Anwalt und Menschenrechtsaktivist. Er war der einzige der die Verbrechen des Tschetschenienkrieges radikal verfolgte. Damit war er ärgster Feind der russischen Obrigkeit. Zudem war Stas der einzige Anwalt, der sich für die emanzipatorische Linke einsetzte.

Anastasija Baburova war eine antifaschistische Aktivistin und Journalistin. Sie brachte die zahlreichenvertuschten rassistischen Gewalttaten an de Öffentlichkeit und kämpfte gegen die autoritäre Uterdrückung freien Denkens und Schreibens.

Markelov und Baburova ermittelten gemeinsam im Mordfall an dem antifaschistischen Aktivisten Sascha Rjuchin. Nach einer Pressekonferenz am Vormittag des 19. Januars wurde sie auf dem Weg zur Metro von dem bekannten Faschisten Nikita Tichonov mit mehreren Schüssen in den Hinterkopf getötet. Nur wenige Monate später tötete das selbe Faschonetzwerk in dem auch Tichonov organisiert war den Aktivisten Ivan Khurtoskoy.

Der 19. Januar ist ein seitdem umkämpfter Tag für das Gedenken an die Opfer rechter Gewalt in Russland. Denn Anastasija und Stanislav sind bei weitem nicht die einzigen, die für ihre politischen Aktivitäten tödlich bestraft wurden.
Erst vor wenigen Tagen, am 17. Januar 2013, nahm sich Alexander Dolmatov in einem niederländischen Abschiebeknast das Leben. Dolmatov war an den Protesten auf dem Bolotnaya Platz in Moskau im Frühjahr 2012 aktiv und musste nach der Repressionswelle des russischen Staates aus dem Land fliehen. Anfang Januar erhielt er den Ablehnungsbescheid seines Asylantrages. Aus Angst vor dem was ihn nach seiner Abschiebung in Russland erwarte, nahm sich Alexander lieber das Leben.

Vergessen wir die Toten nicht. Kämpfen wir für das, wofür sie gelebt haben.
Wandelt wir unsere Trauer in kämpferische Wut gegen Rassismus und Herrschaft!

Mikhail Norokha (RIP 18. November 2011)

Mikhael
Ein Jahr ist vergangen seit dem tödlichen Angriff von Neo-nazis auf Mikhail Norokha in Dnepropetrovsk in der Ukraine und wir wollen uns an ihn errinern. Dieser 17 Jahre alte antifaschistische Aktivist wurde 8 Meter entfernt seines Wohnhauses gefunden. Neben viele Knochenbrüchen des Sturzes, wies der Körper Schlagspuren im Gesicht auf und Gerüche von Pfeffer-Spray in seinen Klamotten . Die lokalen Antifa*s und seine Freund*innen können aufgrundessen behaupten, dass der Mord von Neo-nazis geplant wurde. Mikhail war denen schon bekannt, er hat seine Ideen nie versteckt, obwohl er mehrmals bei Besuchen im Stadion bedroht wurde und innerhalb der letzten zwei Jahren seines Lebens zweimal mit einem Messer atackiert wurde.
In der Ukraine oder in Russland gibt’s andere Verhältnisse als hier, deswegen dürfen wir als Antifaschist*innen den Fall von Mikhail nie vergessen!
Remembering means fighting! Siempre Antifascista!

Iwan Churtorskoi (RIP 16. November 2009)

Iwan
Am Abend des 16. Novembers 2009 wurde Ivan Churtorskoi in Moskau ermordet. Er wurde in seinem Hauseingang an diesem Abend erschossen. Iwan organisierte oft den Saalschutz bei antifaschistischen Konzerten und führte Kampfsporttraining für Genoss*innen durch. Den Rechtsextremen war er wohlbekannt, sein Name tauchte neben denen von Stanislaw Markelow und Nikolai Girenko beständig in den Todeslisten der Nazis auf. Vor dem Mord gab es schon 3 Mordversuche an Iwan.
Wir gedenken heute Iwan Chutorskoi.
Remembering means fighting! Siempre Antifascista!