Archiv der Kategorie 'Repression'

Le chat noir am 11.06. – Vortrag vom Anarchist Black Cross Ukraine

Der Einbick in die sozialen Verhältnisse der Ukraine fällt schwer: Der größte in Europa liegende Staat steht selten im öffentlichen Fokus. Wenn überhaupt geht es meist nur um das Spannungsverhältnis zwischen Russland und der EU und der starken Moskauorientierung der herrschenden Eliten. Das Thema des politischen Widerstands ist reduziert auf die “Orangene Revolution” und die Gruppe “Femen”.

Wir haben deshalb eine Gruppe Anarchist_innen aus der Ukraine eingeladen, um mit einer Perspektive der sozialen Kämpfe auf die Ukraine zu schauen. Sie werden über die Verschärfung der politischen
Verfolgungen, gesetzeswidrige Abschiebungen von politischen
Flüchtlingen, Klerikalisierung und aktuelle Kampagnen gegen Abtreibungen, sexuelle Selbstbestimmung und die Einführung homophober Gesetze berichten. Genauso werden vom vielfältigen Widerstand berichten – wo soziale Proteste, Betriebsbesetzungen durch
Arbeiter*innen, massive Studierendenproteste, feministische Bewegungen und antifaschistische Aktivitäten auf der Tagesordnung stehen.

Neben den vielfältigen politischen Auseinandersetzungen werden sie auch einen Einblick in die Antirepressionsarbeit von Anarchist Black Cross in der Ukraine als auch in den benachbarten Staaten Belarus und Russland geben.

Die Veranstaltung läuft auf russisch mit englischer und bei Bedarf deutscher Übersetzung. Die Getränkeeinnahmen gehen in die Unterstützung der ABC Strukturen in Osteuropa.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Solitheke “Le Chat Noir” in Kooperation mit efA*
Dienstag, 11. Juni 13
21.30 Uhr – Juzi Göttingen

Für eine Ende der Repression gegen Antifaschist*innen

repressijRussland erlebt gerade eine der größten Repressionswellen seit Jahren. In Folge der Bolotnajaproteste vom Mai 2012 stehen nun hunderte von Menschen vor Gericht und wandern höchstwahrscheinlich für Jahre in den Knast. So droht auch dem antifaschistischen Aktivisten Aleksey Gaskarov erneut eine Haftstraße. Wie bereits 2010 im Zusammenhang mit den Khimkiprotesten sitzt Aleksej in Untersuchungshaft seit dem April 2013. Dass es ihn trift ist kein Zufall – steht Aleksey doch gerade dafür eine Art Verbindung zwischen der russischen Oppositionsbewegung und der radikalen Linken zu sein.
Doch nicht nur Aleksey ist von der Repression betroffen – neben ihm sitzen viele weitere in den Knästen, wie bspw. Aleksey Sutuga oder die Niszhni Five.
Wir rufen deshalb zur Solidarität mit den Betroffenen Antifaschist_innen auf und werden die Repressionswelle in Russland im Rahmen einer kleinen Veranstaltungsreihe im Juni thematisieren. Stay tuned!

Russischer Genosse erneut im Knast

Gaskarow SoliAm Sonntag, den 28. April 2013 wurde der bekannte russische Antifaschist Alexej Gaskarow in Moskau verhaftet. Er ist Mitglied des Koordinationsrates der russischen Opposition und bekannter Aktivist der anarchistisch-antifaschistischen Bewegung. Der Ermittlungsausschuss der Russischen Föderation beschuldigt ihn der Teilnahme an „Massenunruhen“ und der Gewalt gegen Staatsbeamte am 6. Mai 2012 auf dem Moskauer Bolotnaja-Platz, als die russische Spezialeinheit OMON eine friedliche Demonstration brutal auflöste. Am 29. April wurde Gaskarow zur Untersuchungshaft bis Ende Juni verurteilt. Bereits 2010 saß Alexej über einen halbes Jahr ohne irgendwelche Beweise im Knast. Wer dazu mehr wissen will, schaut hier.
Wir fordern die sofortige Freilassung unseres Genossen!

Wir wollen euch deshalb nicht vorenthalten, wie der 06. Mai 2012 tatsächlich von statten ging:
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Conny Wessmann (17 November 1989)

Vor 23 Jahren fand eine Auseinandersetzung zwischen autonomen Antifa*s und Faschisten vor einer Kneipe in der Göttinger Innenstadt statt. Die Gruppe zu der Conny Wessmann gehörte hörte von diesem Zwischenfall und begab sich dorthin, musste sich dann aber wieder zurückziehen, da uniformierte Bullen massiv präsent waren. An der Höhe der Weender Landstraße wurde die Gruppe von Zivil-Streifen-Kommando plötzlich begleitet, und aus dem rundfunk der Bullen ging hervor, dass die gruppe “plattgemacht” werden sollte. Das ZSK-Wagen ging auf den Antifaschist*innen los und trieb Conny im laufenden Verkehr. Sie wurde von einem Auto angefahren und ist sofort davon gestorben.
Conny Wessmann ist kein Einzelfall, jedoch ist es unsere Aufgabe an Sie zu errinern, damit sie nie aus dem kollektiven Gedächtnis verschwindet!
Remembering means fighting! Siempre Antifascista!

Vivre sans peurs: französisches Pendant des Antifa Siempre Festivals

Mit der libertären Kampagne „Vivre sans peurs“ geht es für unsere französische Genoss*innen hauptsächlich darum, sich gegen den normalen gesellschaftlichen Zustand zu wehren und in der Praxis Alternativen gemeinsam zu suchen. In einem Land wo Faschist*innen 18% bei der letzten Wahl bekommen haben, wo Abschiebungen 33000 Sans-Papiers betreffen innerhalb des letzten Jahres (2011), wo die homosexuelle Hochzeit immer noch nicht erlaubt wird trotz der Versprechung des neuen sozial-demokratischen Präsidenten und die Hetze der konservativen Bevölkerung gegen LGBT’s bis zum Mord reicht (Nîmes, 21.03.11), müssen wir zusammen Widerstand leisten und gemeinsam agieren. Vernetz euch, schaut nich weg, kommt zu dem Antifa Siempre Festival und unterstützt eure lokale libertäre Gruppen.
Un coup contre l‘un.e des nôtres est un coup contre nous tou.te.s !
Siamo tutti antifascisti !

http://vivresanspeur.noblogs.org/

Pussy Riot und die Situation der Kviri

Vortrag beim Disteln im Betonfestival
08.09. – 15 Uhr – Bunte Kuh Berlin Weißensee


Als Anfang des Jahres der Song „Putin pisst sich ein“ über den Roten Platz in Moskau gebrüllt wurde, hielt Wladimir Wladi­mirowitsch Putin das ganze noch für die Aktion ein paar Ver­rückter. Doch seitdem die Aktionen des feministischen Kollek­tivs „Pussy Riot“ innerhalb und außerhalb der russischen Gren­zen große Aufmerksamkeit auf sich ziehen, scheint sich der neue-​alte Präsident aber tatsächlich ins Hemd zu machen. Um künftige Aktionen der Punkpolitgruppe zu unterbinden wurden die Ak­ti­vis­tinnen Maria Aljochina, Nadezhda Tolokonnikova und Jekaterina Samutsevic festgenommen, fünf Monate unter den miesesten Haftbedingungen, bei Videoüberwachung und Folter in Untersuchungs­haft gehalten und sind am 17.08. zu zwei Jahren Arbeitslager verknackt worden. (mehr…)

Erneute Kämpfe mit rassistischer Abschiebepolitik

rt goe 0708
Die Göttinger Behörden haben am Dienstag erneut für die Durchsetzung rassistischer Politik gesorgt. Jetmit K. wurde nach über 20 Jahren in der BRD und zig Kämpfen um seinen Aufenthalt hier am 07.08. in das Kosovo deportiert. Als Kind vor den antiziganistischen Pogromen im zerfallenden Jugoslawien geflohen, hat Jetmir nie eine dauerhafte Duldung erhalten. Da er keinen Arbeits- oder Ausbildungsplatz vorweisen könne, habe das Land Niedersachsen das Recht der Abschiebung, erklären die Schreibtischtäter der Landkreisverwaltung. Wie auch, wenn mensch in ständiger Verfolgung leben muss? Es ist an uns dem ein Ende zu machen – Solidarität mit Jetmir K. – Kämpfen wir gemeinsam für die Rückholung – Feuer und Flamme dem Staat

weitere Infos beim AK Asyl
und auf Monsters

Aktionsbericht Innenstadt Aktionstag – Free Pussy Riot!


Wir sind wütend über die Inhaftierung unserer drei Genossinnen Maria Aljochina, Nadezhda Tolokonnikova und Jekaterina Samutsevic! Während Wladimir Putin es nicht geschafft hat im Winter den gesellschaftlichen Unmut über seine Politik zum schweigen zu bringen, versucht er nun jene hart zu bestrafen, die nicht um Macht, sondern für Befreiung kämpfen. Doch Pussy Riot ist nicht aufzuhalten, ob Sydney, Edinburgh oder Paris – wir sind auch Pussy Riot! Und wir werden immer mehr! Am Dienstag, den 24.07.2012, hat Pussy Riot die Stadt Göttingen übernommen.

Pussy Riot sind für uns eine Inspiration. Sie trotzen einem autoritären Staatssystem, das darauf abzielt jeglichen Widerstand auszumerzen. Sie kämpfen öffentlich für Selbstbestimmung von LGBT*s, obwohl sie sich damit auf die Todeslisten der militanten Faschoszene schreiben. Sie setzen furchtlos ihren Fuß auf das Terrain, das nur mächtigen Männern vorbehalten ist. Sie leben den Punk, sie leben den Feminismus, sie leben den Widerstand. Und gemeinsam leben wir die Idee Pussy Riot!

Nachdem Nadia, Kati und Maria nun fünf Monate wegen all dieser Ideen hinter Gittern sitzen, sind wir am 24.07. auf die Straßen gegangen, um auch hier den Widerstand zu starten, wie es Pussy Riot in Russland tun. Wir haben uns die Plätze der Innenstadt genommen, wir haben den Widerstand auf die Straßen gebracht, wir haben die Wahrzeichen der Stadt genommen und Pussy Riot ein Denkmal gesetzt. Ob Autokraten wie König Wilhelm, Sexisten wie Christoph Lichtenberg oder Symbole des Patriarchat wie die Gänseliesl – das womit die Universitätsstadt Göttingen sich schmückt, ist für uns Ort des Protestes.

Proteste gegen die russischen Verhältnisse kommen in Göttingen nicht von Ungefähr. Denn ein weiterer „Held“ – der allerdings noch keine Statue bekommen hat – ist mit dieser Stadt verknüpft: Gerhard Schröder, ExBundeskanzler und heute Koordinator des „Nord Stream“ Projekts im Auftrag Gazproms und im Sinne des deutschen Vormachtstrebens, wurde in der „Stadt, die Wissen schafft“ ausgebildet. Welches Wissen in Göttingen geschaffen wird ist auch in Russland bekannt – Herrschaftswissen. An der Uni Göttingen wurden im Lichte der Aufklärung die Polizeiwissenschaften erfunden. Zur optimierten Kontrolle von Volk und Vaterland. Hier wurden die Beamten Katharina der Großen und ihrer Nachfolger*innen ausgebildet, also jene Kräfte, die Russland erneuerten und die Vorherrschaft in Osteuropa sicherten.

Das Erbe dieser Stadt verpflichtet also fast zur Solidarität mit der emanzipatorischen Opposition in Osteuropa.
Doch für uns ist es vor allem unfassbar, mit welcher Repression die drei Aktivistinnen und ihre Unterstützer*innen zu kämpfen haben. Gefälschte Akten, Boykottierung der anwaltlichen Arbeit, Übergriffe auf Solikundgebungen und faktische Isolationshaft. Auch wenn die drei Glauben sollen, sie würden alleine dastehen – sie sind es nicht und das wollen wir zeigen.

Freiheit für Maria, Kati und Nadia! Schluss mit der Repression! Feminismus bleibt kämpfende Bewegung – da ändert kein Knast was!

weitere Infos zu Aktionen unter: http://monsters.blogsport.de/2012/04/21/free-pussy-riot/

[FemEastnism] Pussy Riot Ausstellung im Kabale – Vernissage am 03.08.

Pussy Riot Am kommenden Freitag ist es soweit – Die Femeastnism Veranstaltungsreihe zu Queer-Feminismus in Osteuropa wird mit einer Ausstellung zu Pussy Riot abgeschlossen. Pussy Riot ist eine russische Punkband, die aus einem feministischen Kollektiv mit ca. 30 Mitgliedern besteht. Markenzeichen der Band sind die knalligen Outfits und bunten Strickmützen. Öffentliche Aufmerksamkeit erlangte die Band durch ihre spektakulären Auftritte auf Orten wie den Roten Platz und wie zuletzt in einer der ultraorthodoxen Kirchen. In ihren Texten rechnen sie mit dem Staat, Putin, der Kirche und dem Patriarchat ab.

Während die drei angeklagten angeblichen Mitglieder auch außerhalb Russlands mittlerweile einiges an Aufmerksamkeit auf sich ziehen, ist wenig über die Hintergründe bekannt. In der Ausstellung soll nicht nur die Aktion in der Christi Erlöser Kirche vorgestellt werden sondern vor allem über die Vielfältigen Kontexte der Gruppe Pussy Riot und die gesellschaftlichen Verhältnisse in Russland aufgeklärt werden.

Die Ausstellung wird am 03. August mit einer Vernissage im Kabale eröffnet. Es gibt einen kleinen Empfang und die Ausstellung wird euch von den Macher*innen persönlich vorgestellt. Wir freuen uns über euer zahlreiches Kommen.

Vernissage
Freitag, 03.08.12
20 Uhr
Café Kabale

[FemEastnism] Anarcha Bewegung in Belarus

Die Belarus Solikampagne geht weiter. Aktivist*innen von Anarchist Black Cross Belarus berichten über die aktuelle politische Lage und die zunehmende Repression durch das Lukaschenko-Regime. Neben den aktuellen Prozess gegen drei Anarchisten liegt der Fokus auf der Situation von LGBT*s und der anarcha-feministischen Bewegung in Weißrussland.
Im Anschluss gibt es ein HipHop Solikonzert für ABC Belarus. Auf der Bühne stehen Ket aus Leipzig, Alice Dee aus Berlin und Lenkin.Hop aus Minsk. Alle drei verbindet das Anliegen, in ihren Texten die Widersprüche des (politischen) Alltags zu thematisieren und Lyrik mit Wut aufeinander treffen zu lassen. Im Anschluss wird es noch eine kleine Aftershow Party mit 2 Djanes geben .

27.07. | 20/22 Uhr | T*Keller
Anarcha Bewegung in Belarus und
Solikonzi mit Ket, Alice Dee, Lenkin.Hop